Geschichte

DAS GEBÄUDE

Das Nobis Hotel wurde vom Architektentrio Claesson Koivisto Rune in einem zeitlosen, modernen und eleganten Stil eingerichtet. Die Einrichtung bildet einen eindrucksvollen Kontrast zu den prächtigen, denkmalgeschützten Originalinterieurs der beiden Gebäude aus dem späten 19. Jahrhundert, die beide fantastische Beispiele für Stockholms einzigartige, hochwertige und reich verzierte bürgerliche Steinarchitektur sind. Beide Häuser sind reich an Stockholmer Geschichte.

DAS STOCKHOLM-SYNDROM

Das Stockholm-Syndrom ist zu einem weltbekannten Phänomen geworden, bei dem Geiseln Sympathie für die Täter empfinden oder sich mit ihnen identifizieren. An einem Sommertag im August 1973 wurden vier Mitarbeiter der Kreditbank am Norrmalmstorg, dem heutigen Nobis Hotel, als Geiseln genommen. Das vielbesprochene Bankdrama sollte Schweden fast sechs Tage lang in Atem halten. Am 23. August um 10 Uhr betrat der Räuber Jan Erik Olsson die Filiale der Svenska Kreditbanken am Norrmalmstorg. Er schoss mit einer Pistole in die Decke und nahm drei Frauen und einen Mann, allesamt Bankangestellte, als Geiseln. Als die Polizei eintraf, forderte der Räuber drei Millionen Kronen in bar sowie die Freilassung des Häftlings Clark Olofsson aus dem Gefängnis in Norrköping. Die Regierung kam ihm entgegen, lehnte jedoch ab, als der Räuber einen sicheren Abzug mit seinen Geiseln forderte. Der Räuber hatte sich mit den Bankangestellten im Tresorraum der Bank verbarrikadiert. Als die Verhandlungen zwischen dem Räuber und der Polizei zu keinem Ergebnis führten, beschloss die Polizei, den Räuber mit Gas auszuräuchern. Als die Polizei ein Loch in die Decke des Tresorraums bohrte und das Gas einströmen ließ, gab der Räuber sofort auf. Die Geiseln konnten gerettet werden, und das Drama war nach 130 Stunden vorbei. Heute sind die Bohrlöcher wieder verfüllt, aber im Inneren des Nobis Hotels noch immer sichtbar.

NORRMALMSTORG

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts hieß der heutige Norrmalmstorg „Packartorget“. Es war ein ziemlich berüchtigter und äußerst übelriechender Ort, an dem die Fischer ihren täglichen Fang im Packarhuset begutachten und umpacken ließen und wo Verbrecher und andere Unglückliche an Geräten wie dem Pranger und dem Straffstock bestraft wurden. Der Platz lag an der Mündung der Nybroviken, die sich durch die Landhebung in ein stinkendes, krankheitsverbreitendes Sumpfgebiet verwandelt hatte, das Katthavet genannt wurde. In den 1850er Jahren wurde das Sumpfgebiet wieder aufgefüllt und der Berzelii-Park angelegt. 1853 wurde der Platz in Norrmalmstorg umbenannt. In Albert Lindhagens neuem Stadtplan von 1866 bildete der Norrmalmstorg den Knotenpunkt der zentralsten repräsentativen Achse der wachsenden königlichen Hauptstadt. Von hier aus verlief die Einkaufsmeile Hamngatan, die im Osten in den Nybroplan und die entstehende Strandvägen mündete, Stockholms prestigeträchtigste Adresse.

In den 1890er Jahren befand sich das Grillrestaurant „Albert Jones“ an der Ecke der Hamngatan. Gegrilltes Fleisch war damals eine Neuheit in der Gastronomie. Für junge Herren ohne Beschäftigung wurde es beliebt, bei Jones abzuhängen. Man nannte sie „Grilljannar“. Danach kamen die Restaurants „Gillestugan am Norrmalmstorg“, „Blå Grottan på Capri“ und am häufigsten wird das Restaurant Metropol erwähnt, das zu einem Treffpunkt für Literaten, Künstler und Schauspieler wurde. Das Metropol wurde 1917 geschlossen, da das Gebäude abgerissen und durch einen Bankpalast ersetzt werden sollte. Das Metropol entstand 1926–1927 an der Ecke Sveavägen/Odengatan wieder.